Analphabetismus - Der Vorleser
Analphabetismus in “Der Vorleser”
Das Buch “Der Vorleser” von Bernhard Schlink zeigt mit welchen Schwierigkeiten und Ängsten Analphabeten in der heutigen Zeit zu kämpfen haben. Bei Hanna führt dies sogar zu einigen gravierenden Fehlentscheidungen. Beispielsweise tauscht sie ein Stellenangebot bei Siemens gegen die Arbeit im als Aufseherin ein. Im Laufe ihrers Strafvollzugs fasst Sie den Entschluss, Lesen und Schreiben zu lernen.
Durch die Hilfe Michaels lernt Hanna Lesen und Schreiben. Michael spricht Bücher auf Kassette und Hanna leiht diese Bücher dann aus der Bibliothek aus. Durch das Anhören der Kassetten und das Sehen der Buchstaben kann sie mühsam Buchstabe für Buchstabe erlernen und langsam zu Worten und Sätzen zusammenfügen.
Definition:
Als Analphabetismus bezeichnet man kulturell, bildungs- oder psychisch bedingte individuelle Defizite im Lesen und/oder Schreiben bis hin zum völligen Unvermögen in diesen Disziplinen.
Als Alphabetisierungsgrad bezeichnet man den Anteil derjenigen an der Erwachsenen (über 15 Jahre) an der Bevölkerung, die lesen und schreiben können. Der Gegenwert zum Alphabetisierungsgrad ist die Analphabetenrate. Diese trägt zur Ermittlung des Human Development Index der Vereinten Nationen (UN) bei.
Analphabeten gibt es auch in der heutigen Zeit, darunter auch in vielen Industrienationen, etwa in Europa, die ein allgemein zugängliches Bildungssystem aufweisen. Im Gegensatz zur allgemeinen vorherrschenden Meinung sind Analphabeten nicht unbedingt die dümmsten Mitmenschen, denn es ist durchaus eine beachtliche Leistung, in einer auf der Schrift basierenden Gesellschaft ohne das geschriebene Wort zurecht zu kommen.
Im Jahre 2003 gab es weltweit etwa 862 Millionen Analphabeten. In Deutschland sind 2004 nach Schätzungen 0,6% der Erwachsenen Analphabeten.