abitur-werne.de

Kategorie: Religion - Konklave
Startseite Religion Themen Ferientermine für Deutschland Weiterbildung Studieren ohne Abitur Hier werben Kontakt Impressum
 




 
Religion und Kirche:

Papstwahl


 

Konklave: Wie wird ein neuer Papst gewählt?

Nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. muss nun ein neues Kirchenoberhaupt bestimmt werden. Dies geschieht in einem so genannten Konklave.

In einem Konklave wählen die zur Wahl berechtigten Kardinäle der römisch-katholischen Kirche einen neuen Papst und Bischof von Rom. Die Wahl wird notwendig, sobald das Oberhaupt der katholischen Kirche gestorben oder von seinem Amt zurückgetreten ist. Einen Rücktritt eines Papstes hat es jedoch seit Gregor XII. 1415 nicht mehr gegeben.

1. Definition: Konklave

Das Wort „Konklave“ ist lateinischen Ursprungs (conclave) und bedeutet „verschließbarer Raum“ (zu clavis „Schlüssel“). Es bezeichnet sowohl den abgeschlossenen Raum, in dem die Papstwahl stattfindet, als auch die Zusammenkunft der wahlberechtigten Kardinäle selbst. Die Bezeichnung geht auf die seit dem Zweiten Konzil von Lyon im Jahre 1274 geübte Wahlpraxis zurück. Danach werden die Wähler so lange im Konklave eingeschlossen, bis sie sich auf einen Kandidaten geeinigt haben. Heute dient die Sixtinische Kapelle im Vatikan als Sitzungsort des Konklaves.

2. Allgemeine Regeln

Das Verfahren der Papstwahl beruht auf jahrhundertealten Kirchengesetzen und Traditionen. Das aktive Wahlrecht ist seit 1059 auf die Kardinäle beschränkt. Zuvor nahmen römische Kirchenvertreter und – per Akklamation – auch das Volk von Rom an der Wahl teil. Nur die Päpste selbst sind berechtigt, die genauen Regeln des Konklaves zu ändern. Durch die Ernennung neuer Kardinäle üben sie einen gewissen Einfluss auf die Wahl ihres Nachfolgers aus. Es ist ihnen jedoch nicht gestattet diesen selbst zu bestimmen.

Johannes Paul II. regelte 1996 den Ablauf des Konklaves neu. Die derzeit gültige Regelung hat Papst Johannes Paul II. am 22. Februar 1996 in der Apostolischen Konstitution über die Vakanz des Apostolischen Stuhles und die Wahl des Papstes von Rom festgelegt.

Weitere Informationen über die Vakanz: Universi Dominici Gregis

3. Wer darf den neuen Papst wählen?

Wahlberechtigt im Konklave sind alle Kardinäle der römisch-katholischen Kirche, die am Tag vor dem Eintritt der Sedisvakanz das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die Anzahl  der Kardinäle sollte 120 nicht übersteigen. Zur Wahl des Nachfolgers von Johannes Paul II. sind 117 wahlberechtigt. Jeder von ihnen ist dazu verpflichtet, am Konklave teilzunehmen, ausgenommen  sind nur jene Kardinäle, die durch Krankheit oder andere schwerwiegende Gründe verhindert sind.

Zum Papst gewählt werden kann jeder männliche römisch-katholische Christ, der fähig und willens ist, zum Bischof von Rom gewählt zu werden. Ist der Gewählte kein Bischof oder gar Laie, wird er noch im Konklave zum Bischof von Rom geweiht. Allerdings entstammen seit der Wahl Urbans VI. 1378 alle Päpste dem Kardinalskollegium.

4. Das Wahlverfahren

In der langen Tradition gab es drei Verfahren für die Papstwahl:

Die Wahl per scrutinium, die bis heute gültige geheime Wahl mit Zetteln.
Die Wahl per compromissum konnte erfolgen, wenn das Kardinalskollegium sich nach zahlreichen Versuchen nicht auf einen Kandidaten einigen konnte und die letztgültige Abstimmung an eine kleine Gruppe von Kardinälen delegierte.
Die Wahl per accessus, quasi-inspiratio erfolgte, wenn ein Kardinal den Namen eines Kandidaten vorschlug und die übrigen ihm spontan durch Akklamation zustimmten.
Die beiden letzteren wurden de facto schon 1179 im Dritten Laterankonzil abgeschafft, de jure aber erst durch die Apostolische Konstitution Universi Dominici Gregis 1996, so dass die Wahl des Papstes nur noch in geheimer und schriftlicher Form stattfindet. Auch nach dem Konklave sind die Kardinäle zur absoluten Verschwiegenheit über die Vorgänge bei der Papstwahl verpflichtet.

Prinzipiell wird der neue Papst durch Zweidrittelmehrheit gewählt. Papst Johannes Paul II. schaffte die Regel ab, nach der ein Papst zwei Drittel plus eine Stimme erhalten musste. Sie war eingeführt worden, um die Überprüfung, ob ein Kandidat verbotenerweise für sich selbst gestimmt hatte, überflüssig zu machen.

Wenn jedoch nach insgesamt 30 Wahlgängen, die sich über zehn bis zwölf Tage erstrecken, noch kein Papst gewählt ist, können sich die Kardinäle mit absoluter Mehrheit für ein anderes Quorum entscheiden. Der Papst könnte dann auch mit einfacher Mehrheit bestimmt werden. Diese Regelung wurde erst von Johannes Paul II. neu eingeführt.


Neues Weblog für Bildung und Ausbildung
08.04.2005 Neues eingerichtet: Das Blog für Bildung und Ausbildung
Tipps & Empfehlungen zu diesem Thema:
Homepage des Vatikan: www.vatican.va